Campen ohne "Barrieren"

Workshop beim CAP-Campingplatz Rotach

Im Vergleich zu anderen Campingplätzen, seien die Einbußen beim behindertengerechten CAP-Campingplatz Rotach deutlich geringer ausgefallen, sagte Fritz-Heinrich Bauer, Geschäftsführer von CAP. Der Campingplatz bekam gestern Lob von allen Seiten.

Ob das CAP-Campingplatz-Gelände Rotach tatsächlich behindertengerecht ist, das untersuchten die Teilnehmer des Workshops "Barrierefreies Campen für alle" mit einem "Rolli".

Friedrichshafen - Einen Workshop zum Thema "Barrierefreies Campen für alle" hat Ecocamping e.V., ein Verein zur Förderung von Umwelt und Naturschutz, Sicherheit und Qualität in der Campingwirtschaft, beim CAP-Campingplatz Rotach veranstaltet. Im Rahmen des EU-geförderten Interreg IIIA-Projekts "Ecocamping Bodensee" wird das Augenmerk verstärkt auch auf den Aspekt "Campen auch für Menschen mit Behinderungen" gelenkt. Teilgenommen haben an diesem Workshop 22 Unternehmer aus Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz. Der CAP-Campingplatz sei bundesweit ein Vorreiter in Sachen barrierefreies Campen, sagte Marco Walter von Ecocamping e.V. Aus diesem Grund fände der Workshop auch auf dem CAP-Campingplatz Rotach statt.

In seinem Grußwort bezog sich der Leiter des Sozialamtes, Wilhelm Böhler, auf die diesjährige Vergabe des Friedensnobelpreises: "Ausgezeichnet wurde die Kenianerin Wangari Maathai, die als Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin in ihrem Kampf für eine nachhaltige Entwicklung, Demokratie und Frieden für jeden in Afrika ein Vorbild und eine Quelle der Inspiration ist." Und genau um diese Parallele gehe es hier: Um Umweltbelange, die Ecocamping auf ihre Fahnen geschrieben hätten und um die Rechte von benachteiligten Menschen, die in vorbildlicher Weise im CAP Rotach vertreten und verwirklicht würden. Zusammenfassend könne man sagen, dass sich die Bedürfnisse von Behinderten und Nichtbehinderten kaum unterscheiden. "Nur die Umsetzung der Angebote für Behinderte erfordert für die Anbieter ein höheres Maß an Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme auf Menschen, die sich in unserer normalen' Welt nicht ohne weiteres frei bewegen können", so Böhler.

Bei einem Rundgang über das CAP-Campingplatzgelände konnten sich die Workshop-Teilnehmer einen Überblick verschaffen, wie ein Konzept eines behindertengerechten Campingplatzes erfolgreich umgesetzt wurde. Die Dauercamper seien anfangs noch etwas skeptisch gewesen, sagte Fritz-Heinrich Bauer, Geschäftsführer von CAP, aber es seien nur zwei Dauercamper nach dem Umbau abgereist: "Ob das am behindertengerechten Umbau liegt oder an der neuen Geschäftsphilosophie, vermag ich nicht zu sagen." Insgesamt sei im Vergleich zu anderen Campingplätzen die Anzahl der Übernachtungen deutlich weniger zurückgegangen. Das Konzept zum behindertengerechten Campingplatz beinhaltet auch den Umbau behindertengerechter Ferienwohnungen. Acht Einzelzimmer und ein Doppelzimmer stehen Urlaubsgästen zur Verfügung. In den drei Monaten seit der Neueröffnung wurden 580 Übernachtungen in den Ferienwohnungen gezählt, so Bauer, obwohl man erst jetzt richtig beginne, Werbung zu machen: "Der Markt ist da!"